Bally’s plant Casino im Bronx auf Trumps Golfplatz: Kritik, Politik und Perspektiven
31 Mai 2025
Die Stadtverwaltung von New York steht erneut im Fokus der Öffentlichkeit, nachdem der Stadtrat des Bronx die Abstimmung über ein groß angelegtes Casino-Projekt der Firma Bally’s verschoben hat. Das Vorhaben sieht vor, das Gelände des ehemaligen Trump-Golfclubs in ein modernes Kasino-Resort mit Hotel, Geschäften und Freizeitzonen umzuwandeln.
Das geplante Casino soll sich über eine Fläche von 46.000 Quadratmetern erstrecken und unter anderem ein Hotel mit 500 Zimmern, mehrere Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten sowie Parkflächen umfassen. Für Aufsehen sorgen dabei weniger die Ausmaße als vielmehr die finanzielle Vereinbarung zwischen Bally’s und der Trump Organization: Bally’s verpflichtet sich, bis zu 115 Millionen US-Dollar zu zahlen, sollte das Projekt eine offizielle Lizenz erhalten.
Kritiker befürchten, dass diese Zahlung als Interessenkonflikt gewertet werden könnte und den Genehmigungsprozess beeinflusst. Manche sehen in dem Deal eine Art „Bezahlung für politischen Einfluss“ – insbesondere vor dem Hintergrund einer möglichen Rückkehr Trumps auf die politische Bühne. Auch lokale Aktivisten und Ratsmitglieder äußern sich besorgt: Sie warnen vor steigender Kriminalität, überlasteter Infrastruktur und einem potenziellen Rückgang der Lebensqualität im Viertel.
Befürworter hingegen betonen die wirtschaftlichen Vorteile des Projekts. Schätzungen zufolge könnten Bau und Betrieb rund 2.500 neue Arbeitsplätze schaffen und Millionen an Steuereinnahmen generieren. Bally’s verspricht volle Transparenz und die Einhaltung sämtlicher Vorgaben der Glücksspielbehörde des Bundesstaates New York.
Auch andere Investoren zeigen Interesse. Da im Staat New York nur noch drei Casino-Lizenzen verfügbar sind, steigt der Konkurrenzdruck spürbar. Bally’s nimmt aktiv an öffentlichen Anhörungen teil und bemüht sich um politische sowie gesellschaftliche Unterstützung.
Die nächste Sitzung des Stadtrats zum Thema ist für den 11. Juni angesetzt. Das Ergebnis dürfte entscheidend für die Zukunft des Projekts sein – und auch die Rolle der Trump Organization bei derartigen Vorhaben neu bewerten.
Unabhängig vom Ausgang ist das Bally’s-Projekt bereits jetzt ein Symbol für die komplexe Beziehung zwischen Wirtschaft, Politik und öffentlichem Interesse in einer Stadt, in der jede Entscheidung unter dem Mikroskop steht.
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